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Wolfspräsenz in Appenzell I.Rh.

24.07.2020

Im Nachgang zu den Wolfrissen diesen Sommer auf der Potersalp informieren die Jagd- und Fischereiverwaltung und das Landwirtschaftsamt zur Wolfspräsenz in Innerrhoden.

Im Nachgang zu den Wolfrissen diesen Sommer auf der Potersalp informieren die Jagd- und Fischereiverwaltung und das Landwirtschaftsamt zur Wolfspräsenz in Innerrhoden.

Zunehmende Wolfsbestände im Alpenraum sorgen dafür, dass sich Wölfe vermehrt auch im Appenzellerland aufhalten. Insbesondere seit 2012, als sich im Gebiet des Calanda ein erstes Rudel bildete, welches dann regelmässig für Nachkommen sorgte, nahm die Dynamik der Wolfspopulation an Fahrt auf. Mittlerweile sind weitere Wolfsrudel und Paarbildungen hinzugekommen, sodass in der Schweiz aktuell von acht Rudeln ausgegangen werden kann. In Anbetracht der Fortpflanzungsbiologie und der vorzüglichen Lebensraumbedingungen steht fest, dass sich diese Entwicklung gerade in einer exponentiellen Wachstumsphase befindet. Der Wolf oder die Wölfin, welcher bzw. welche sich seit mindestens einem Monat im Gebiet Potersalp-Schwägalp kantonsübergreifend aufhält, zeigt exemplarisch auf, dass Wolfsanwesenheit Realität ist. Diese längere Wolfspräsenz ist für Innerrhoden neu, weshalb die Jagd- und Fischereiverwaltung und das Landwirtschaftsamt Tierhalterinnen und Tierhalter sowie die Öffentlichkeit regelmässig informieren.

Im Alpsommer 2020 wurden bisher auf der Potersalp vier Geissen gerissen und vier weitere verletzt. Die Sennen sorgen sich um das Wohl ihrer Nutztiere auf der Alp, weshalb am Donnerstag, 23. Juli 2020, eine gemeinsame Begehung mit der Jagd- und Fischereiverwaltung und dem Landwirtschaftsamt vor Ort stattfand. Die beiden Ämter stehen für Informationen und Beratungen Rund um den Wolf zur Verfügung.

Der Wolf gehört zur heimischen Fauna und ist ein Wildtier mit einer natürlichen Scheu vor dem Menschen. Als sehr intelligentes und lernfähiges Tier versteht er es hervorragend, sich in der vielseitig genutzten Kulturlandschaft zu bewegen. Während der rund 130-jährigen Abwesenheit des Wolfs hat die Gesellschaft verlernt, mit ihm umzugehen. Ein erfolgreiches Zusammenleben ist möglich und setzt voraus, dass in gewissen Bereichen des Alltags Anpassungen vorgenommen werden.

Besonders betroffen von der Wolfspräsenz sind Halterinnen und Halter von Kleinvieh, die sich mit Fragen des Herdenschutzes auseinandersetzen müssen. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, den Schutz von Ziegen und Geissen zu stärken. Wichtig sind funktionierende Zäune und Massnahmen bei der Weideführung. Diese Massnahmen sind aber je nach Art der Tierhaltung unterschiedlich effizient einsetzbar. Nach den aktuellen Angriffen auf Ziegen im Gebiet der Potersalp wurde den Landwirten geraten, die Ziegen über Nacht einzustallen, da das Risiko eines Angriffs durch einen Wolf in der Nacht deutlich höher ist. Teilweise wurden die Ziegen dann zu ihrem eigenen Schutz auch tagsüber eingestallt. Per SMS wurden die Bewirtschafterinnen und -Bewirtschafter über die Wolfspräsenz und die empfohlene Massnahme informiert. Die Tierhalterinnen und Tierhalter sind grundsätzlich für die Sicherheit ihrer Tiere verantwortlich. Das Landwirtschaftsamt steht beratend zur Verfügung und kann beim Bund Abgeltungen für Herdenschutzmassnahmen beantragen und an die Tierhalterinnen und -halter vermitteln. Bereits ab nächster Woche finden Beratungen von ausgewählten Schaf- und Ziegenalpen durch ausgewiesene Experten der landwirtschaftlichen Beratungsstelle Agridea statt. Diese Arbeiten wurden diesen Frühling in Auftrag gegeben.

Mitteilung im Wortlaut

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