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Was der Neuntöter am Appenzellerland schätzt

27.03.2020

Pünktlich vor der Rückkehr des Neuntöters aus dem Süden wird im Gebiet Herren in Oberegg eine Weide für den Neuntöter optimiert. Er brütet bereits im Gebiet Kapf - ganz in der Nähe. Die Aufwertungsmassnahmen zugunsten der gefährdeten Vogelart werden seit mehreren Jahren im Rahmen von Artenförderungsprojekten in den beiden Appenzeller Kantonen durchgeführt. Die Aufwertungen der potenziellen Neuntöterlebensräume basieren auf dem freiwilligen Engagement der Grundeigentümerinnen und -eigentümer sowie der landwirtschaftlichen Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter.

Pünktlich vor der Rückkehr des Neuntöters aus dem Süden wird im Gebiet Herren in Oberegg eine Weide für den Neuntöter optimiert. Er brütet bereits im Gebiet Kapf - ganz in der Nähe. Die Aufwertungsmassnahmen zugunsten der gefährdeten Vogelart werden seit mehreren Jahren im Rahmen von Artenförderungsprojekten in den beiden Appenzeller Kantonen durchgeführt. Die Aufwertungen der potenziellen Neuntöterlebensräume basieren auf dem freiwilligen Engagement der Grundeigentümerinnen und -eigentümer sowie der landwirtschaftlichen Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter.

Ende März an einem schönen Vorfrühlingstag werden im Gebiet Herren im innerrhodischen Oberegg die im Vorjahr mit den Landwirten Ramona und Andy Bischof besprochenen Aufwertungsmassnahmen für den Neuntöter umgesetzt. Es werden Heckenpflanzen wie Hagebutte, Weiss- und Schwarzdorn in Gebüschgruppen entlang des Bewirtschaftungswegs und als Dorneninsel auf der extensiv genutzten Rinderweide gepflanzt. Der Standort ist ideal - eine abfallende, besonnte Nagelfluhrippe mit offenen Bodenstellen, artenreichem Wiesenbestand und einzelnen (Dornen-)Sträuchern, einem Lebensraum wie ihn der Neuntöter schätzt. Die Pflanzungen werden durch den Verein «Mensch-Natur» unter der Leitung von Linus Buchmann und Christian Städler durchgeführt. Die vorgängige Planung und Beratung der Bewirtschafter erfolgte durch die Fachstelle Natur- und Landschaftsschutz AI in Zusammenarbeit mit der ARNAL, Büro für Natur und Landschaft AG. Der Neuntöter - übrigens von BirdLife Schweiz zum Vogel des Jahrs 2020 erkoren - ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer Vogel. Er ist der einzige Vertreter aus der Familie der Würger, der in der Schweiz noch zu den heimischen Brutvögeln gezählt werden darf. Im Appenzellerland sind bisher nur rund 20 Brutpaare bekannt, unter anderem in den Gebieten Wasserhalten (Appenzell), Honegg (Oberegg), Schwizeren und Ebeli (Urnäsch) sowie im Birkenfeld (Walzenhausen). Umso wichtiger ist es, ihm mit Artenförderungsmassnahmen «unter die Flügel zu greifen», denn sein Bestand ist seit mehreren Jahren rückläufig. Als typischer Vogel der Kulturlandschaft bewohnt der Neuntöter reich strukturierte, halboffene Landschaften mit Dornenhecken und Gebüschgruppen mit breitem Krautsaum als Nistplatz, Einzelbäumen als Sitzwarten sowie extensive Weiden und Wiesen mit offenen Bodenstellen zum Jagen seiner Beute. Was der Neuntöter gerne frisst? Insekten wie Heugümper und Tagfalter, Spinnentiere, Reptilien oder auch mal ein Kleinsäuger oder einen kleinen Vogel. Sein Name hat ihm die Tatsache eingebracht, dass er seine Beuteinsekten gerne auf Dornen spiesst. Früher wurde geglaubt, dass er immer neun Tiere aufspiesst, bis er eines verzehrt. Diese Eigenschaft dient jedoch vielmehr dem Anlegen eines «Notvorrats» bei gutem Nahrungsangebot, worauf er in Schlechtwetterperioden oder zur Versorgung der gefrässigen Jungvögel zurückgreifen kann - wobei die Anzahl wohl variiert und vom Angebot abhängig ist. Die Aufwertungen für den Neuntöter kommen aber auch anderen typischen Heckenbrütern wie der Mönchsgrasmücke und der Goldammer zu gute. Insbesondere der liebliche Gesang der Goldammer ertönt oft ebenfalls in den strukturreichen Wiesen und Weiden. Ramona und Andy Bischof haben sich im Sommer 2019 spontan bereit erklärt, den Neuntöter durch Aufwertungen des Lebensraums zu fördern und freuen sich an der Umsetzung und auf die ersten Beobachtungen. Sie bewirtschaften ihren Betrieb nach biologischen Richtlinien und unterstützen gerne die Förderung der Biodiversität. Bis die Pflanzungen ausreichend dicht sind, ist etwas Geduld gefragt, doch wird gehofft, dass der Neuntöter bald ein regelmässiger Sommergast im Gebiet Herren sein wird.

Aufruf
Möchten auch Sie mitwirken und den Neuntöter unterstützen? Bewirtschaften oder besitzen Sie eine möglicherweise geeignete Fläche im Appenzellerland, welche als Lebensraum für den Neuntöter attraktiv gestaltet werden könnte?

Dann melden Sie sich für ein unverbindliches Beratungsgespräch bei ARNAL, Büro für Natur und Landschaft AG, Regula Würth, Tel. 071 366 00 53 oder regula.wuerth@arnal.ch.

Mitteilung im Wortlaut

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