Umweltgerechtes Düngen

Pflanzen werden durch das Austragen von Gülle und Mist mit der nötigen Nährstoffmenge versorgt. Bei ungünstigen Boden- und Witterungsverhältnissen darf hingegen nicht gedüngt werden. Der Dünger wird sonst ins Gewässer abgeschwemmt oder ins Grundwasser ausgewaschen. Zudem können umweltgefährdende Stickstoffgase in die Luft entweichen. Das Bundesgesetz über den Schutz der Gewässer (GSchG), die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) und die Luftreinhalteverordnung (LRV) regeln die Beziehung zwischen Gülleaustrag und Beeinträchtigung der Gewässer bzw. Belastung der Luft.

Um die Umweltauswirkungen des Gülleaustrages zu reduzieren, ist der richtige Ausbringungszeitpunkt entscheidend. Dieser liegt in der Verantwortung der Landwirte. Das Amt für Umwelt und das Landwirtschaftsamt stellen hier die wichtigsten Grundlagen zur Beurteilung des Ausbringungszeitpunkts und die geltenden gesetzlichen Vorgaben zur Verfügung. Drei unterschiedliche Phasen (Ampelsystem) informieren über die aktuelle Situation zum Güllezeitpunkt.

Aktuell

Bild Legende:

Aktuell: Vegetationsruhe, Phase Rot. Das Ausbringen von Gülle ist derzeit im ganzen Kanton verboten.

 

Achtung: Ampel wird in der Übergangszeit täglich aktualisiert! Bitte informieren Sie sich am Tag des Gülleaustrags ab 8.00 Uhr auf dieser Webseite. Es gilt die Eigenverantwortung.
Sollten die Tagesmitteltemperaturen während 5 Tagen wieder unter 5°C sinken, ist der Austrag von Gülle nicht mehr zulässig. Die Ampel wird entsprechend wieder auf Rot gestellt.

  • Kein Gülleaustrag auf wassergesättigten Boden: Der Boden gilt als wassergesättigt, wenn auf dem Boden Wasserlachen liegen bleiben, Wasser beim Gehen aus dem Boden quillt oder eine Bodenprobe sich nass und breiig anfühlt.
  • Kein Gülleaustrag auf gefrorenen Boden. Der Boden gilt als gefroren, wenn sich an mehreren Stellen ein spitzer Gegenstand nicht mehr in den Boden stossen lässt.
  • Kein Gülleaustrag auf schneebedeckten Boden.
  • Kein Gülleaustrag auf ausgetrockneten Boden: Der Boden gilt als ausgetrocknet, wenn Risse sichtbar sind
  • Niederschläge: Gülle darf bei Dauerregen, Gewitterregen oder Schauerregen nicht in den Pufferstreifen, auf die Strasse oder einen Weg abgeschwemmt werden. Ebenso darf kein Austrag auf drainierte Flächen erfolgen, wenn eine Abschwemmung in ein Gewässer zu erwarten ist. Bei Starkregen darf unabhängig von sichtbaren Abschwemmungen keine Gülle ausgebracht werden. Als Starkregen gilt per Definition eine Regenmenge von mehr als 5l/m2 (5mm) in 5 Minuten oder 17l/m2 (17mm) in 60 Minuten
  • Grundsätzlich darf in einem Streifen von mindestens 3m Breite entlang von Oberflächengewässern, Hecken, Waldränder, Feld- und Ufergehölzen kein Dünger ausgebraucht werden. Das Merkblatt «Pufferstreifen – richtig messen und bewirtschaften» ist zur korrekten Bemessung und Bewirtschaftung der Pufferstreifen beizuziehen.

Die Vollzugsorgane orientieren sich an den Wetterdaten von MeteoSchweiz www.meteoschweiz.admin.ch

Das Einhalten der geltenden Vorschriften wird in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftlichen Inspektiondienst beider Appenzell (LIA) und der Kantonspolizei AI überwacht. Grundsätzlich gilt:
Ist eine Gewässerverschmutzung feststellbar, erfolgt eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft. Dies ist ebenfalls bei Verletzungen des Pufferstreifens der Fall.
Muss beurteilt werden, ob eine potentielle Umweltgefährdung durch den Gülleaustrag besteht, werden die oben genannten Kriterien betreffend Bodenbeschaffenheit und Witterung geprüft und bei Verstössen verzeigt.

 

Weiterführende Informationen sind dem "Konzept Gülleaustrag" vom Juli 2020 zu entnehmen.

Konzept

Konzept
Titel
Konzept Gülleaustrag

Ansprechperson

Schwizer Manuela
Manuela Schwizer

Leiterin Fachstelle Luft, NIS und Umwelt
Telefon: +41 71 788 93 40
E-Mail: manuela.schwizer@bud.ai.ch

Landwirtschaftsamt