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Zwei verdiente Behördenmitglieder scheiden aus ihren Ämtern aus

12.08.2020

Am 23. August endet die Amtszeit von Frau Statthalter Antonia Fässler und Kantonsrichter Markus Köppel. Beide hatten ihren Rücktritt rechtzeitig auf die diesjährige Landsgemeinde bekannt gegeben, mussten aber wegen der coronabedingten Absage der Landsgemeinde rund ein Dritteljahr länger in ihren Ämtern verbleiben.

Am 23. August endet die Amtszeit von Frau Statthalter Antonia Fässler und Kantonsrichter Markus Köppel. Beide hatten ihren Rücktritt rechtzeitig auf die diesjährige Landsgemeinde bekannt gegeben, mussten aber wegen der coronabedingten Absage der Landsgemeinde rund ein Dritteljahr länger in ihren Ämtern verbleiben.

In der Regel erfolgt die Würdigung und Verabschiedung von demissionierenden Mitgliedern der Standeskommission und des Kantonsgerichts durch den regierenden Landammann an der Landsgemeinde, und zwar unmittelbar vor deren Ersatzwahl. Bedauerlicherweise bleibt es Frau Statthalter Antonia Fässler und Kantonsrichter Markus Köppel verwehrt, den Dank von Land und Volk für ihre geleisteten Dienste auf dem Landsgemeindestuhl entgegenzunehmen und anschliessend vom Landweibel in den Ring zurückgeführt zu werden.

Frau Statthalter Antonia Fässler

Antonia Fässler wurde 2010 von der Landsgemeinde als erste Frau Statthalter des Kantons Appenzell I.Rh. in die Standeskommission gewählt. Zuvor war die studierte Staatswissenschaftlerin sechs Jahre lang Departementssekretärin des Gesundheits- und Sozialdepartements des Kantons Appenzell I.Rh. und seit 2007 auch Leiterin des kantonalen Gesundheitsamts. Als Frau Statthalter war sie Vorsteherin des Gesundheits- und Sozialdepartements und präsidierte als solche unter anderem die Asylkommission, die Aufsichtskommission der Ausgleichskasse und den Verwaltungsrat des Gesundheitszentrums Appenzell. Neben dem Spital und Pflegezentrum Appenzell gehörten auch das Bürgerheim Appenzell, das Altersheim Torfnest, Oberegg, sowie die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) zu ihrem Aufgabenbereich.

Das Dossier «Neuausrichtung Spital Appenzell» prägte ihre gesamte Amtszeit und bescherte ihr neben vielen Sorgen - man denke an die Schliessung der Geburtenabteilung (2012) oder das Scheitern eines gemeinsamen Spitalverbunds mit Appenzell A.Rh. - auch einen ihrer grössten Erfolge mit der Annahme des Kredits für den Neubau eines Ambulanten Versorgungszentrums Plus (AVZ+) an der Landsgemeinde 2018. Mit grosser Sachkenntnis und der nötigen Überzeugungskraft setzte sie sich von Anfang an beharrlich für die Erhaltung und Weiterentwicklung dieser für den Kanton wichtigen Institution ein.

Zu den schönsten Momenten in ihrer Amtszeit dürfte die Eröffnung des neuen Alters- und Pflegezentrums (APZ) im Jahre 2016 zählen. Damit konnte ein Quantensprung im Bereich der stationären Alterspflege im Kanton gemacht werden. Nach der Freude über die Vollendung des grossen Projekts folgte für unsere Gesundheits- und Sozialdirektorin die fast noch wichtigere Genugtuung, dass die neue Institution von der einheimischen Bevölkerung sehr positiv angenommen wurde und seit der Eröffnung fast immer ausgelastet ist.

Von der Öffentlichkeit beinahe unbemerkt wurde in der Amtszeit von Frau Statthalter Antonia Fässler die neue Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) ins Leben gerufen. Es ist ihrer besonnen und kompetenten Art zu verdanken, dass diese grosse Reform des früheren Vormundschaftswesens - im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen und Gemeinden - ohne grosse Verwerfungen umgesetzt werden konnte.

Unerwartet gefordert wurde Frau Statthalter Antonia Fässler zu Beginn dieses Jahrs und somit fast am Ende ihrer Amtszeit durch die Corona-Krise. In ihrer gewohnt souveränen Art setzte sie die Vorgaben des Bundes im Gesundheitsbereich zusammen mit ihrem kleinen Team ohne Hektik, aber mit Überzeugung und Augenmass um und hat so ganz wesentlich dazu beigetragen, dass unser Kanton die Krise bisher relativ unbeschadet überstanden hat.

Als Höhepunkt ihrer politischen Karriere darf die ehrenvolle Wahl zur ersten Präsidentin überhaupt der Ostschweizer Regierungskonferenz für die Jahre 2018-2020 bezeichnet werden.

Mit zehn intensiven Jahren im Dienst für die Öffentlichkeit, im Dienst unseres Gesundheitswesens und unserer sozialen Einrichtungen hat Frau Statthalter Antonia Fässler ihre Amtspflicht mehr als erfüllt.

Für ihren grossen und wertvollen Einsatz danken Landammann und Standeskommission Frau Statthalter Antonia Fässler im Namen von Land und Volk von Appenzell Innerrhoden und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.

Kantonsrichter Markus Köppel

Dr. Markus Köppel wurde an der Landsgemeinde 2004 ins Kantonsgericht gewählt. Er gehörte während seiner gesamten Amtszeit dem Verwaltungsgericht an; seit 2014 amtete er als dessen Vizepräsident. Mit seinem Eintritt ins Kantonsgericht wurde ihm das Präsidium der Kommission für Beschwerden auf dem Gebiet des ZGB übertragen. Diese Kommission, die ab 2011 in Kommission für allgemeine Beschwerden umbenannt wurde, führte er bis 2016.

Markus Köppel leistete mit seinem Fachwissen als praktizierender Allgemeinmediziner bei strittigen Verfahren mit Bezug zur Medizin, aber auch bei Beschwerdeverfahren im Sozialversicherungsbereich einen sehr geschätzten und wertvollen Beitrag. Zudem konnte er als langjähriger Kommissionspräsident für allgemeine Beschwerden unter anderem bei der Beurteilung von fürsorgerischen Unterbringungen (früher: fürsorgerischer Freiheitsentzug) sein Fachwissen einbringen. Dank seiner Erfahrung und Kompetenzen verstand er es auch immer wieder, beispielsweise bei höchststrittigen Kindesschutzverfahren, deeskalierend auf die Verfahrensbeteiligten einzuwirken.

Für seinen 16-jährigen Einsatz für die oberste Gerichtsbarkeit im Kanton, aber auch für seinen kompetenten, besonnen und noch andauernden «Notfall»-Einsatz als Kantonsarzt-Stellvertreter während der Corona-Pandemie, danken Landammann und Standeskommission Kantonsrichter Markus Köppel im Namen von Land und Volk von Appenzell Innerrhoden. Begleitet ist dieser Dank von den besten Wünschen für die Zukunft.

Amtliche Mitteilung im Wortlaut

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