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1798 - Die Franzosen erobern das Land

Widerstand gegen die helvetische Republik (1798-1803)

Die fortgesetzten revolutionären Umbrüche in Frankreich seit 1789 übten starken Einfluss auf die politischen Verhältnisse in der ausgehenden alten Eidgenossenschaft aus. Im St. Galler Fürstenland mehrten sich ab 1793 Proteste und offene Unruhen. Im Frühjahr 1798 kam es in vielen Kantonen zu Umstürzen und zur Einführung republikanischer Verfassungen. Die Innerrhoder Behörden versuchten dieser Entwicklung entgegenzutreten. An einer ausserordentlichen Landsgemeinde vom 18. Januar 1798 liessen sie die versammelten Landleute nochmals den Schwur auf den Bundesbrief von 1513 leisten. Nachdem die französische Armee aber am 28. Januar 1798 in die Waadt, damals bernisches Untertanenland, einmarschiert war, liess sich die alte Ordnung nicht mehr halten. Gleich den übrigen mitregierenden Orten entliess die Innerrhoder Landsgemeinde am 25. Februar 1798 die Gemeine Herrschaft Rheintal aus der Untertanenschaft. Als die französischen Truppen immer weiter gegen Osten vorrückten, stimmte eine weitere Landsgemeinde am 6. Mai 1798 widerwillig der Verfassung der neuen Helvetischen Republik zu. Beide Appenzell und der nördliche Teil des heutigen Kantons St. Gallen wurden im Kanton Säntis zusammengefasst. In diesem bildete das Innere Land den Distrikt Appenzell. Oberegg war Teil des Distrikts Wald.

Bild Legende:
'Freyheit und Gleichheit' lautete das Motto. Helvetischer Briefkopf auf einem Schreiben des Regierungsstatthaltes des Kantons Säntis von 1801 [Landesarchiv Appenzell Innerrhoden]

Die Ablehnung des von Frankreich aufgezwungenen zentralistischen Staatwesens wurde jedoch unter den an die Landsgemeinde-Demokratie gewohnten Appenzellern nicht geringer. Im Herbst 1798 nahm der Innerrhoder Widerstand so sehr zu, dass helvetische und französische Truppen den Hauptort Appenzell vorübergehend besetzten. Nach einem ersten Zusammenbruch der neuen Ordnung im Mai/Juni 1799 marschierten im Oktober 1799 erneut französische Truppen ein und erhoben drückende Kriegssteuern. Die neue helvetische Verfassung vom Mai 1801 brachte nur wenige Anpassungen in föderalistischer Hinsicht und die Umbenennung des Kanton Säntis in Kanton Appenzell. Diese geringen Zugeständnisse vermochten nicht zu verhindern, dass die helvetische Ordnung in Innerrhoden zusammenbrach, sobald sich die französischen Truppen im Sommer 1802 aus der Schweiz zurückgezogen hatten. Eine ausserordentliche Landsgemeinde vom 30. August 1802 beschloss, die alten Kantonsgrenzen wieder zu errichten und eine Regierung nach altem Muster zu wählen.

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