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1207 bis 1220 - Bau der Burg Clanx bei Appenzell

Das Kloster St. Gallen ist im Hochmittelalter Landes- und Grundherr

Im Hochmittelalter (11.-14. Jahrhundert) erwarb das Kloster St. Gallen immer weitere Rechte im Appenzellerland. Dem Stift gehörte ein grosser Teil der an Bauern verliehenen Höfe und es bestimmte über die Geschicke der Pfarrei Appenzell, die damals noch das ganze Innere Land umfasste. Äbtische Vögte sprachen im Namen des Klosters Recht und nicht zuletzt gab es zahlreiche Landleute, die auch persönlich als Eigenleute dem Kloster gehörten. Diese Vielzahl von Rechten fügte sich mit der Zeit zu einem Herrschaftsgebilde zusammen, das in Innerrhoden einer umfassenden Landesherrschaft sehr nahe kam. Einzig die hohe Gerichtsbarkeit entglitt dem Kloster. Sie gelangte 1180 in die Hand von Kaiser Friedrich Barbarossa, womit das Appenzellerland Reichsvogtei wurde. 1344/45 konnte Abt Hermann von Bonstetten die hohe Gerichtsbarkeit allerdings zugunsten des Klosters zurückkaufen. 1353 erhielt er zudem ein kaiserliches Markt- und Zollprivileg für den Ort Appenzell. Die Grundlagen einer klösterlichen Landesherrschaft waren damit komplett.
Zur Sicherung der fürstäbtischen Rechte bauten Abt Ulrich von Sax und sein Bruder, Klostervogt Heinrich, um 1210 die Burg Clanx. Auf einem steilen Hügel oberhalb des Kantonshauptortes gelegen, überblickten die Burgherren den ganzen Talkessel von Appenzell.

Bild Legende:
Wappen der Halbrhode Stechlenegg. In Rhoden organisierte sich ab dem Hochmittelalter die Bevölkerung beider Appenzell. Die Stechlenegg liegt im Bezirk Gonten an der Grenze zu Appenzell Ausserrhoden.

Zur Leistung von Fronarbeit - namentlich beim Bau der Feste Clanx und weiterer Herrschaftssitze - aber auch zwecks Formierung militärischer Auszüge erfolgte im 13. Jahrhundert die Bildung der sogenannten Rhoden. Auf diese gehen die Bezeichnungen Innerrhoden und Ausserrhoden zurück. Das Innere Land und die Exklave Oberegg teilten sich in insgesamt neun Rhoden ein: Lehn, Rinkenbach, Gonten, Stechlenegg, Schlatt, Schwende, Rüte, Oberegg und Hirschberg. Organisationsprinzip war nicht eine territoriale Einteilung, sondern vielmehr die Familien-Zugehörigkeit. Auch bei Wohnortswechseln behielten die Leute ihre Rhodszugehörigkeit bei. Die Rhoden spielten bis zum Erlass der Verfassung von 1872 eine wichtige Rolle im politischen Leben Appenzell Innerrhodens und wurden dann durch die heutigen Bezirke abgelöst. Als gesellschaftliche Vereine bestehen sieben von neun Rhoden bis in die Gegenwart und immer noch lässt sich aus den Nachnamen der Innerrhoder Bevölkerung teilweise auf deren Rhodszugehörigkeit schliessen.

Weitere Informationen.

Typ Titel
Datei PDF document Bau der Burg Clanx

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